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400 Kinder planen Aussenraum vom grössten Luzerner Schulhaus

4. Juni 2019

Das sich im Bau befindliche Schulhaus Staffeln wird eines der grössten Schulhäuser der Schweiz. Damit die 600 Schülerinnen und Schüler dereinst einen optimal gestalteten Aussenraum nutzen können, hat die Stadt erstmals ein neues Partizipationsverfahren angewendet. Beteiligt waren 400 Kinder. Davon profitiert der gesamte, stark wachsende Stadtteil Reussbühl.

In Ruopigen und Reussbühl werden in den nächsten Jahren rund 500 neue Wohnungen entstehen. Das erfordert mehr Schulräume. Ende 2017 hat das Stimmvolk dem Kredit von 53,7 Mio. Franken für die neue Schulanlage Staffeln zugestimmt. Diese Anlage wird die grösste der Stadt Luzern und eine der grössten der Schweiz. Sie bietet Platz für 600 Schülerinnen und Schüler und umfasst 24 Primarklassen, 2 Kindergärten, Räume für die schulergänzende Betreuung und eine Dreifachturnhalle. Baubeginn war im Februar 2018, «Aufrichte» ist am 4. Juli 2019, Bezug im Juli 2020. Die Eröffnungsfeier soll anfangs September 2020 stattfinden.

Eine derart grosse Schulanlage stellt besondere Herausforderungen an die Gestaltung der Aussenräume. Wie können diese so gestaltet werden, dass sich die 600 Schüler/innen dort wohl fühlen, dass ihre Bedürfnisse optimal erfüllt werden? Die Stadt Luzern ging diese Herausforderung mit einem neuartigen, partizipativen Prozess an: Ein mehrstufiges Verfahren ermöglicht es, das Wissen der 400 Ruopigen-Primarschüler/innen bei der Gestaltung des neuen Aussenraumes des «Staffeln» einfliessen zu lassen. Die Leitung dieses Prozesses teilen sich die Quartierarbeit sowie die Schulleitung Ruopigen. Die Umsetzung der Workshops liegt in der Verantwortung der Klassenlehrpersonen. Der ganze Prozess geschieht in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten sowie der Bauherrenvertretung.

Konkret haben die Kinder im Juni 2018 aufgezeigt, wie sie den aktuellen Aussenraum der Primarschule Ruopigen nutzen und welche Aktivitäten dort nicht möglich sind. Die Quartierarbeit hat dies ausgewertet und Empfehlungen zuhanden des Landschaftsarchitekten des «Staffeln» gemacht. Dieser hat daraus einen provisorischen Umgebungsplan erstellt. Anhand eines Modells haben die Kinder dann geprüft, ob ihre Bedürfnisse vom Landschaftsarchitekten berücksichtigt worden sind. Diese Erkenntnisse wurden vergangene Woche an einer Vollversammlung dem Landschaftsarchitekten mitgeteilt. Nun wird dieser letzten Anpassungen vornehmen.

Unter anderem fanden folgende Ideen der Kinder Einzug in den Umgebungsplan der Staffeln-Aussenräume: Ein Brunnen um Wasser zu trinken und die Füsse zu baden, ein Kickboard-angepasstes Wegnetz, individuelle Bodenbeläge wie Kunstrasen, Kies oder Naturrasen, genügend Nischen um sich etwas zurück zu ziehen, ein Garten, Zugang zur Baumgruppe am Hügel sowie ein Lagerraum für Spielgeräte. «Ziel war es, dass möglichst viele Aktivitäten auf dem Areal möglich sind, so dass sich die Kinder nicht um einzelne Spielgeräte streiten müssen», sagt Quartierarbeiter und Projektleiter Boris Pulfer.

Boris Pulfer freut sich: «Mit diesem Vorgehen können wir aufzeigen, dass die Partizipation von Kindern auch bei grossen Bauprojekten möglich ist und zu tollen Ergebnissen führt. Die Herausforderung für uns lag dabei in der Übersetzungsarbeit zwischen Kinder und Erwachsenen.» Roman Eisserle, Leiter Primarschule Ruopigen, räumt ein: «Es war nicht leicht, sich von den eigenen Vorstellungen zu lösen und sich auf die Einschätzungen der Kids einzulassen.» Gesamtprojektleiter Georg Joho lobt: «Mit dieser Form der Partizipation konnten viele Bedürfnisse der Schulkinder erfasst und umgesetzt werden. Dies ist ein Gewinn für alle Beteiligten.» Teddy Henzi ist Leiter Infrastruktur und Planung der Volksschule. Wie alle Beteiligten ist auch er überzeugt: «Durch Mitwirkung übernehmen die Kinder Verantwortung und tragen zu nachhaltigen Lösungen bei.» Und was halten die Kinder selbst von diesem Vorgehen? Zoran (9) erklärt: «Es war schön, dass wir unsere Ideen sagen durften.» Und Antonia (7) blickt bereits voraus: «Ich würde am liebsten schon Morgen ins neue Schulhaus ziehen.»

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Das neue Schulhausareal wird übrigens öffentlich sein und damit dem ganzen Quartier ab Herbst 2020 als zusätzlicher kinderfreundlicher öffentlicher Raum zur Verfügung stehen.

B.P.

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